Frank Henning - FraktionsvorsitzenderDirk Hoffmann - fachpolitischer Sprecher für Abfallwirtschaft„So etwas geht nicht! Alle Osnabrücker Müllmänner leisten einen schweren Job bei bescheidener Bezahlung. Da geht es nicht an, dass die Werksleitung ausgerechnet bei der untersten Lohngruppe drastische Kürzungen vornimmt, ohne sich mit Betroffenen, mit deren Personalvertretung und mit den politischen Vertretern im Ausschuss auf einen sozialverträglichen Weg zu verständigen“, erklärten für die SPD-Fraktion deren Vorsitzender Frank Henning und der abfallpolitische Sprecher Dirk Hoffmann.

Betrachte man das Gesamtvolumen des Gebührenhaushalts, falle die Zulage für die betroffenen Müllwerker allerhöchstens mit Cent-Beiträgen pro Haushalt ins Gewicht. Frank Henning befürchtet infolge dieser unsensiblen Vorgehensweise Nachteile, die alle Osnabrücker Haushalte berühre: „Wie“, so der SPD-Sprecher, „sollen unsere Mitarbeiter weiter motiviert einen harten Job für die Allgemeinheit leisten, wenn man einer wichtigen Gruppe de facto 10% ihres Einkommens streicht?“  

Dirk Hoffmann, Vorsitzender des Betriebsausschusses des Osnabrücker Servicebetriebs, hätte sich bereits vom Vorgehen her eine andere Lösung gewünscht: „In solch wichtige Fragestellungen, die alle Kollegen betreffen, müssen nicht nur die Betroffenen, sondern auch der Personalrat und die gewählten Ratsvertreter im Fachausschuss gehört werden, um gemeinsam nach Kompromissen zu suchen.“

Besonders makaber empfindet es Frank Henning, wenn einige Betroffene infolge der drastischen Einkommenseinbußen öffentliche Hilfen wie Wohngeld beantragen müssen. „Das“, so Henning, „ist niemandem mehr zu vermitteln und ist überdies ein fatales Signal für die private Wirtschaft, ihren Beschäftigten ebenfalls – am Ende auf Kosten der Allgemeinheit – Lohnkürzungen aufzudrücken.“

Dirk Hoffmann betonte, dass man mit dem 2008 infolge der Deponie-Schließung erzielten Kompromiss, nachdem der Extraurlaub weggefallen, das Geld aber geblieben sei, gemeinsam einen guten Weg gegangen sei. Die Arbeit der Kollegen sei seitdem nicht leichter geworden: Alle arbeiteten im Alltag mit infizierten Krankenhausabfällen, Chemikalien unklarer Herkunft, mit verrotteten Gartenabfällen und unbekannten Giftstoffen.

Termine

Archiv: Aktuelles