„Befremdliche Angriffe auf VHS sind zurückzuweisen!“
SPD-Fraktion für offene Diskussionen und Meinungspluralismus

„Mit Kopfschütteln nimmt die SPD Fraktion im Rat der Stadt Osnabrück die Angriffe auf die von der VHS Osnabrück geplante Veranstaltung am kommenden Freitag – wie in der NOZ berichtet - zur Kenntnis. Gerade eine Einrichtung wie die Osnabrücker VHS, die durch ihre anerkannt hohe Qualität in der politischen Erwachsenenbildung bekannt ist, biete einen Raum für offenen Diskussionen und Meinungspluralismus, den es auch und gerade in der Beurteilung des Israel-Palästina-Konfliktes geben muss“, erläutern Frank Henning, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, und Heiko Schlatermund, kulturpolitischer Sprecher der Rats-SPD, in einer gemeinsamen Pressemitteilung.


„Bei aller Sorge um die sich verschärfenden Konflikte, die sich in den vergangenen Tagen im Grenzbereich von Israel und Syrien im Zusammenhang mit einem Drohnenabschuss gezeigt haben und der sich eskalierend auf der jüngsten Münchner Sicherheitskonferenz im Verhältnis Israel zum Iran ausgedrückt hat, muss in einer Stadt des Friedens, wie es Osnabrück für sich beansprucht, die offene Debatte möglich bleiben,“ so Heiko Schlatermund weiter.
Der Vorwurf, der sich in Gründung befindenden ‚WerteInitiative’ aus Berlin, den diese an die VHS richtet, sie würde „einseitig propalästinensischen und antiisraelischen Vertretern die Bühne“ bieten und mit der Veranstaltung einen „...unverantwortlichen Umgang mit Ihrem Bildungsauftrag und intolerables Verbreiten von Propaganda“ betreiben zeige, so der SPD-Sprecher, dass die Kritiker nichts über die gelebte Diskussionskultur in Osnabrück und die hohe Sensibilität wissen, mit der bei den Veranstaltungen eine plurale und wertschätzende Auseinandersetzung erst möglich wird.

„Die Aufforderung, den Vortrag von Judith Bernstein „Jerusalem – Das Herzstück des israelisch-palästinensischen Konflikts“ abzusagen, zeigt auf, wie schwer mittlerweile offenen Diskussionen über un-terschiedlich bewertete Sachzusammenhänge und Konfliktlagen möglich sind“, so Frank Henning. „Dass in Osnabrück das hohe Gute der Meinungsfreiheit und des offenen Wortes einen Wert hat, den es zu verteidigen gilt, macht erst recht die Bedeutung einer Erwachsenenbildungseinrichtung wie der VHS deutlich, die sich seit fast 100 Jahren als Ort eines demokratischen, sozialen und politischen Lernens bewährt hat. Eine Unterbrechung dieser traditionellen Kultureinrichtung hat es nur gegeben, als faschistisches Denken zwischen 1933 und 1945 der Indoktrination in Deutschland den Boden bereitete. Daher muss eine Volkshochschule im wörtlichen Sinne immer dem Volk als eine hohe Schule dienen und stets zur Aufklärung beitragen“, so Schlatermund abschließend.