„SPD-Fraktion: „Skandalös und unwürdig"

Mit ihren Verkaufsabsichten bedeutender Werke Nussbaums „zu einem gutachterlich zu ermittelnden Wert“, greift nach Ansicht des kulturpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion im Stadtrat, Heiko Schlatermund, die IHK massiv in den Kunsthandel ein und entfacht damit zugleich eine noch nicht abzusehende Debatte über die Bedeutung von Kunstwerken im Verhältnis zu einem spekulativen Anlagemarkt.


„„Dies macht uns größte Sorge aber nicht sprachlos“, denn die nach der NOZ-Berichterstattung zu erwartende öffentliche Reaktion auf das Ansinnen der IHK könnte dem bisher einmütigen Interesse aller Beteiligten, die Erinnerungskultur in Osnabrück gemeinsam zu bewahren einen massiven Schaden zuführen. Die gilt es unbedingt zu vermeiden. Osnabrück hat sich mit echtem Weitblick der Werke des noch bis in die 70er Jahre vergessenen Nussbaum zugewandt und nach langen politischen Diskussionen mit dem Felix-Nussbaum-Haus ein hervorragendes Museum als Träger heutiger Erinnerungskultur geschaffen. Diesem nun ohne Not und Verstand Bilder zu entziehen sei „skandalös und einer öffentlichen Einrichtung unwürdig“, so der SPD-Sprecher.

Die internationale Reputation des Malers und des Hauses seiner Bilder mag aufgrund der zahlreichen Initiativen für das Werk Nussbaums in der Region Osnabrück zwar zu einer erheblichen Kosten- und Wertsteigerung geführt haben. Diese kunstmarktmäßige Konsequenz jahrzehntelanger Bemühungen um das Werk selbst darf aber nicht dazu führen, dass nun die IHK aus uns nicht nachvollziehbaren monetären Erwägungen einen Verkauf ernsthaft anstrebt, so Schlatermund.

Auch und gerade deshalb regt die SPD dringend dazu an, die Werke nicht zu Veräußern sondern sie als Schenkung dem Museum endgültig zu überlassen. Das 20 jährige Jubiläum des Felix-Nussbaum-Hauses im kommenden Jahr wäre dazu ein hervorragender Anlass. Die IHK würde damit ganz sicher eine öffentliche Anerkennung erreichen, die sie jetzt dringend nötig hat. Den IHK-Mitglieder und damit auch der Bevölkerung in der Region bliebe somit eine öffentliche Auseinandersetzung erspart, die gerade beim Umgang mit dem Thema einer wahrhaftigen Erinnerungskultur höchst sensibel sei. Die chronisch schlechte finanzielle Ausstattung des Nussbaum Museum darf nicht noch durch eine weitere Belastung verschärft werden. Jetzt für das Felix-Nussbaum-Haus einzutreten und den Ruf des Museums zu fördern sei vielmehr eine Aufgabe, die die Industrie und der Handel der Region ohne Probleme leisten können so Heiko Schlatermund abschließend.


 

 

 

 

 

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